Eine Idee im Seminarraum. Erste Codezeilen am Laptop. Diskussionen über Möglichkeiten, Herausforderungen und Potenziale. Was für viele Studierende ein Projekt im Studium bleibt, wurde für Erik Spall und Timo Reusch zum Startpunkt ihrer eigenen Gründung.
Mit ihrem Startup avenia solutions entwickeln die beiden Informatik-Studenten der Universität Würzburg Softwarelösungen, die Unternehmen dabei helfen, ihre Prozesse zu digitalisieren und effizienter zu gestalten. Ihre Geschichte zeigt, wie aus einer studentischen Projektarbeit ein echtes Unternehmen entstehen kann – und warum der richtige Moment für eine Gründung manchmal genau während des Studiums ist.
Wenn aus einem Uni-Projekt Realität wird
Der Ursprung von avenia solutions liegt nicht in einem Businessplan oder einer klassischen Gründungsstrategie, sondern in einer Lehrveranstaltung. Im Kurs „Professionelles Projektmanagement in der Praxis“ arbeiteten die Studierenden an realitätsnahen Projekten und lernten, wie aus Ideen konkrete Lösungen entstehen.
Für Erik und Timo wurde schnell klar, dass ihr Projekt mehr Potenzial hatte. Sie beschäftigten sich intensiv mit der Frage, wie Unternehmen ihre internen Abläufe besser digitalisieren können – ein Thema, das in nahezu allen Branchen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Aus der theoretischen Aufgabe wurde eine praktische Vision. Und aus dieser Vision entstand schließlich avenia solutions.
Digitalisierung als echte Chance für den Mittelstand
Viele kleine und mittelständische Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre bestehenden Prozesse zu modernisieren. Manuelle Abläufe kosten Zeit, sind fehleranfällig und erschweren Wachstum. Gleichzeitig fehlen oft die Ressourcen, um komplexe IT-Lösungen eigenständig zu entwickeln oder zu integrieren.
Genau hier setzt avenia solutions an. Das Startup entwickelt Softwarelösungen, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Abläufe zu automatisieren und digital effizienter zu arbeiten. Ziel ist es, Prozesse zu vereinfachen, Transparenz zu schaffen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Dabei profitieren die Gründer von ihrer Perspektive als Studierende: Sie bringen aktuelles technisches Wissen, neue Denkweisen und einen frischen Blick auf bestehende Herausforderungen mit.
Gründen während des Studiums: Der ideale Zeitpunkt
Eine Gründung wird oft mit jahrelanger Berufserfahrung oder umfangreichen Ressourcen verbunden. Doch die Geschichte von avenia solutions zeigt, dass das Studium selbst ein idealer Ausgangspunkt sein kann.
Studierende haben die Möglichkeit, neue Ideen auszuprobieren, Risiken besser einzuordnen und auf ein unterstützendes Umfeld zurückzugreifen. Universitäten bieten Zugang zu Wissen, Netzwerken und Gründungsunterstützung – eine Kombination, die den Einstieg in die Selbstständigkeit erheblich erleichtern kann.
Ein klarer Fokus: Digitale Souveränität
Ein zentrales Anliegen der Gründer ist das Thema digitale Souveränität. Unternehmen sollen in der Lage sein, ihre digitalen Prozesse selbstbestimmt zu gestalten und die Kontrolle über ihre Daten und Systeme zu behalten.
Gerade in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft wird es immer wichtiger, technologische Lösungen bewusst auszuwählen und langfristig unabhängig zu bleiben. avenia solutions verfolgt daher einen Ansatz, der auf nachhaltige, transparente und kontrollierbare Lösungen setzt.
Mit der Entwicklung ihres ersten Produkts sonaris geht avenia solutions den nächsten Schritt. Die Softwarelösung konzentriert sich auf die Optimierung von Social-Media-Marketingprozessen innerhalb von Partnernetzwerken und soll Unternehmen dabei helfen, ihre Kommunikation effizienter zu organisieren und zu steuern.
Der geplante Launch im Jahr 2026 markiert einen wichtigen Meilenstein für das junge Unternehmen und zeigt, wie aus einer studentischen Idee eine skalierbare Produktlösung entstehen kann.
Inspiration für die nächste Generation von Gründerinnen und Gründern
Die Geschichte von avenia solutions zeigt, dass Unternehmertum kein fernes Ziel ist, sondern ein realer Weg, der bereits während des Studiums beginnen kann. Innovation entsteht oft genau dort, wo Neugier, Fachwissen und Motivation aufeinandertreffen.
Für Studierende, die eigene Ideen entwickeln oder unternehmerisch denken, ist dies eine klare Botschaft: Der erste Schritt muss nicht perfekt sein. Entscheidend ist, anzufangen, Chancen zu erkennen und die eigenen Ideen weiterzuentwickeln.
Programme, Netzwerke und Initiativen wie ZENTRIA schaffen genau dafür den Raum – und unterstützen Studierende dabei, ihre Ideen in die Realität umzusetzen.

