Warum ich Bitcoin-Workshops für Gründer veranstalte – und was mich dazu gebracht hat

Bitcoin-Experten Stefan Homes (links) und Jakob Stein (rechts) bei dem “Bitcoin für Einsteiger”-Workshop. (Foto: VentureLab)

Ich, Stefan Homes, erinnere mich noch genau an den Moment, als ich das erste Mal wirklich verstanden habe, was Bitcoin bedeutet. Nicht als Spekulationsobjekt, nicht als technisches Kuriosum – sondern als Spiegel für alles, was ich am Unternehmertum so schätze. Seitdem veranstalte ich Einsteiger-Workshops zu Bitcoin, und in jedem dieser Workshops erzeugt ein bestimmter Gedanke bei den Teilnehmenden ein Aufleuchten in den Augen: „Bitcoin und Unternehmertum funktionieren nach denselben Prinzipien.“

In diesem Artikel möchte ich euch mitnehmen – durch fünf Parallelen, die ich immer wieder erlebe. Nicht als trockene Theorie, sondern so, wie sie mir und meinen Workshop-Teilnehmenden wirklich begegnet sind.

1. „Warum nehmen wir das einfach so hin?“ – Der erste Funke

In meinen Workshops fange ich oft mit einer schlichten Frage an: „Was ist eigentlich gutes Geld?“ Der Raum wird still. Dann kommen die ersten Antworten – zusätzlich kommt dann immer wieder die Erkenntnis: Wir haben noch nie wirklich darüber nachgedacht.

Das kenne ich aus der Gründerwelt genauso. Die besten Startup-Ideen entstehen nicht aus Langeweile – sie entstehen, weil jemand aufgehört hat, etwas als selbstverständlich hinzunehmen. Euro, Dollar, Inflation – für die meisten Menschen sind das schlicht gegebene Tatsachen. Für mich war es der Moment, in dem ich anfing zu fragen: Muss das so sein?

Gutes Geld braucht drei Eigenschaften: Es muss Wert über Zeit und Raum speichern, als Tauschmittel funktionieren und gut genug teilbar sein. Diese drei Fragen stelle ich in meinen Workshops – und danach schauen viele Teilnehmende den Euro mit ganz anderen Augen an. Genau diese Haltung, das Hinterfragen von Gegebenem, ist auch das, was gute Gründerinnen und Gründer auszeichnet.

2. Du kannst nicht nur Spezialist bleiben – weder als Gründer noch als Bitcoin-Nutzer

Ich habe in meinen Workshops immer wieder Teilnehmende, die als Techies kommen. Sie wollen die Blockchain verstehen, den Code, den Algorithmus. Das ist wunderbar – aber nach ein paar Stunden merken sie, dass Bitcoin viel mehr ist.

Um Bitcoin wirklich zu verstehen, muss man sich plötzlich mit Geldpolitik beschäftigen, mit Volkswirtschaft, mit Geschichte, mit Machtstrukturen. Man wird, ob man will oder nicht, zum Generalisten. Und genau das passiert auch jedem Gründer auf dem Weg zur eigenen Firma: Man startet als Experte für eine Sache – und steht plötzlich vor Fragen zu Buchhaltung, Vertrieb, Personalsuche, Recht.

Diese Parallele beschreibe ich in meinen Workshops gerne so: „Bitcoin ist wie eine Gründung – es zwingt dich, über deinen Horizont hinauszudenken.“ Und wer das einmal erlebt hat, will nicht mehr zurück.

3. Die unbequeme Lektion: Selbstverantwortung ist kein Bug, sie ist das Feature

Einer meiner prägendsten Workshop-Momente: Ein Teilnehmer schaut mich an und sagt: „Bei Bitcoin gibt es keinen Kundenservice. Das ist doch ein Riesenproblem.“ Ich nicke. „Ja. Genau wie in deinem Startup. Wenn du einen Fehler machst, musst du ihn selbst ausbaden, kannst niemanden anrufen und ihn rückgängig machen lassen.“

Unternehmertum bedeutet, Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu tragen – mit allen Konsequenzen. Bitcoin verlangt exakt dasselbe. Keine Rückbuchungen, kein Passwort-Reset, keine Ausrede. Wer das als Bedrohung erlebt, ist vielleicht noch nicht bereit. Wer es als Freiheit begreift, der ist auf dem richtigen Weg.

4. Freiheit ist kein Zufall – sie wird gebaut

Viele meiner Workshop-Teilnehmenden sind Menschen, die etwas aufgebaut haben oder aufbauen wollen. Was sie eint: der Wunsch nach Unabhängigkeit. Nicht müssen, sondern dürfen. Nicht warten, sondern gestalten.

Bitcoin ist in diesem Sinne das konsequenteste Finanzsystem, das ich kenne. Es ist rund um die Uhr verfügbar, weltweit, ohne Erlaubnis. Keine Bank, die am Wochenende geschlossen ist. Kein Institut, das Auslandszahlungen blockiert. Kein Konto, das eingefroren werden kann. Seit 2009 läuft Bitcoin ohne einen einzigen Ausfall – und das völlig ohne zentrale Kontrolle.

Das klingt abstrakt, bis man selbst einmal erlebt hat, wie eine Bank eine Zahlung hält, ein Konto sperrt oder zu hohe Gebühren kassiert. Dann ist es plötzlich sehr konkret. Für Gründer, die Freiheit leben wollen, ist Bitcoin keine Option unter vielen – es ist eine logische Konsequenz.

5. Wer langfristig denkt, versteht Bitcoin – und umgekehrt

In einem meiner letzten Workshops entstand eine Diskussion über Geschäftsmodelle. Jemand erzählte, dass sein Abo-Preis bereits dreimal gestiegen ist – nicht weil er wollte, sondern weil er musste. Inflation frisst Kaufkraft. Kunden werden müde. Vertrauen schwindet.

An diesem Punkt führe ich immer die Idee eines deflationären Geldes ein. Bitcoin hat eine fixe Gesamtmenge von 21 Millionen Einheiten. Niemals mehr. Was knapp ist und nachgefragt wird, gewinnt an Wert. Ein Geschäftsmodell, das auf einer Kaufkraft aufbaut, die wachsen kann, statt zu sinken, eröffnet ganz neue Möglichkeiten: Einmalzahlungen, die wieder Sinn ergeben. Produkte, die man kauft, statt dauerhaft mietet.

Langfristiges Denken ist die Kernkompetenz guter Unternehmer. Und genau dafür wurde Bitcoin gebaut.

Was mich antreibt, diese Workshops zu geben

Ich veranstalte diese Workshops, weil ich glaube, dass Unternehmergeist und Bitcoin aus demselben Holz geschnitzt sind. Beide erfordern Neugier, Mut zur Selbstverantwortung, den Willen zur Unabhängigkeit und ein Denken, das über den nächsten Monat hinausgeht.

Wenn du diesen Artikel bis hierher gelesen hast, vermute ich, dass dich das Thema nicht kaltlässt. Dann bist du herzlich eingeladen: Komm in einen meiner Bitcoin-Einsteiger-Workshops und erlebe selbst, was dieser Gedanke mit dir macht.